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Noch nie 26. Januar 2010

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Sie hat noch nie einen Porno gesehen. Sie redet auch nicht über Sex. Fast alles, was wir miteinander tun, hat sie noch nie zuvor mit einem anderen Mann getan. Ihr Begriff von Sex war offensichtlich die “eheliche Pflicht”. Also: Mit Glück hat man als Frau selbst ein bißchen Spaß daran, ansonsten muß eben der Mann mal seinen Trieb befriedigen, und sie hält still. Ich weiß das, weil sie mir, als ich nicht verstehen wollte, dass sie jetzt gerade nicht mit mir schlafen kann, mal gesagt hat: Ist es dir lieber, wenn ich einfach stillhalte?

Ich habe schon viele Pornos gesehen. Ich rede auch gern über Sex. Meine Erfahrung war allerdings auch überschaubar. Aber jetzt, mit ihr, habe ich entdeckt, was es bedeuten kann. Hingabe. Selbstaufgabe. Kontrollverlust. Verletzlichkeit, natürlich. Aber dafür auch: Intimität. Halt. Das Gefühl, etwas zu haben, was nur, wirklich nur uns beiden gehört.

Wir schlafen gern miteinander. Nicht, weil es irgendwie dazugehört, weil es in einer Beziehung sozusagen Pflichtprogramm ist, sondern, weil wir es wollen. Weil wir beide Lust darauf haben. Man braucht dazu keine Bilder im Kopf. Man braucht nur den anderen, und sonst nichts.

Sauna 14. Januar 2010

Posted by axaneco in Uncategorized.
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Man kann aus verschiedenen Gründen in die Sauna gehen. Wegen der Gesundheit, wegen des Hefeweizens danach, oder um mal ein bißchen nacktes Fleisch zu sehen. Ich kenne jemanden, der hat in einer Sauna eine interessante Frau kennengelernt und sich anschließend mit ihr verabredet. Ich frage mich, ob es ein Vorteil ist, Menschen, mit denen man eventuell erwägt ins Bett zu gehen, in der Sauna kennenzulernen, schließlich gibt es dann im entscheidenden Moment keine Überraschungen mehr. Jedenfalls was das Äußere betrifft. Wie dem auch sei: Ich war also heute seit Ewigkeiten auch mal wieder in der Sauna. Ich bin immer gerne dahin gegangen, weil ich das Gefühl dieser wohligen Erschöpfung liebe, wenn ich dann wieder raus bin. Für mich ist es ein Ort, an dem ich abschalten und mich regenerieren kann.
Es ware relativ viele Frauen da. Junge, alte, dicke, dünne. Blonde, Brünette, rasierte und naturbelassene. Quer durch alle Typen. Ich schaue sie mir gerne an.
Früher, als ich noch mit meiner Frau zusammen war, dachte ich, wenn ich alle diese Frauen in der Sauna sah, sehr oft: Wie wäre es wohl, wenn du diese hättest, oder jene? Ich habe die Frauen, die ich in der Sauna gesehen habe, letztlich als Wichsvorlage vor mein geistiges Auge gestellt. Sehr voyeristisch, sehr widerlich.
Heute dachte ich (und ich war von diesem Gedanken selbst überrascht): Wie schön wäre es, wenn N. auch hier wäre. Wir würden beide nackt in der Sauna sitzen, und nachher würden wir nackt im Bett liegen, und es wäre schön, schöner als jemals zuvor, wie immer. — Es hat mich überrascht, dass ich beim Anblick fremder nackter Frauen an N. gedacht habe und daran, dass ich sie jetzt vermisse. Und dass ich mir jetzt nicht auf vollbusige, knackige Studentinnen einen runterholen will, sondern mit N. schlafen möchte, die eine nur angedeutete Oberweite hat, die ich aber liebe. Und neben der mir die anderen schlicht und einfach egal sind.

Alle diese Frauen haben nicht das, was N. hat. Was das auch immer sein mag.

Unfähig 10. Januar 2010

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Ich hab’s immer noch nicht gelernt, nicht enttäuscht zu sein, wenn sie mal nicht mit mir schlafen will. Wenn sie sagt: Ich kann nicht. (Sie sagt nie: Ich will nicht.) Und ich habe immer noch nicht gelernt, es rechtzeitig zu merken, dass sie nicht kann. Es zu merken, bevor sie es sagt. (Eigentlich ist das falsch. Ich merke es vorher. Ich will es nur nicht sehen.) Und ich hasse mich dafür, dass ich es immer wieder schaffe, uns mit dieser Blindheit den Abend zu versauen.

Selbstverständlich 5. Januar 2010

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Irgendwann war meine Frau für mich selbstverständlich. Jemand, der einfach da war. Jemand, um den man nicht mehr kämpfen, ja nicht einal mehr werben mußte. Jemand, der einfach so da war. Jemand, der sich um alle möglichen organisatorischen Fragen kümmerte, Umzüge, Familienfeste und das Leben organisierte. Jemand, der mir sagte, wann ich wohin meine Bewerbungen schicken sollte, wohin wir ziehen, wann die Steuererklärung gemacht und die Kinder eingeschult wurden. Jemand, der mir alles abnahm, so dass meine letzte verbliebene Aufgabe das Geldverdienen und das Zeugen weiterer Kinder war.

Das war mein Leben.

N. ist für mich nicht einen Tag lang selbstverständlich gewesen und wird es niemals sein.
Wahrscheinlich ist das der große Unterschied.

Das neue Jahr 4. Januar 2010

Posted by axaneco in Uncategorized.
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Silvester war super. N. war da, meine Töchter waren da, wir hatten Spaß, die Große hat sich offensichtlich spontan in N. verliebt und nach ihrer Abreise (“Du sollst noch nicht wegfahren!”) ein paar Bilder für sie gemalt, ich kann es verstehen. Am Neujahrsmorgen, nachem die Kinder in meinem Schlafzimmer zur Ruhe gekommen waren und ich mit N. auf der Luftmatratze in meinem Wohnzimmer lag, kam ich gegen halb drei auf die fatale Idee, Sex haben zu wollen. Jeder einsichtige Mensch versteht, dass das mit zwei Kindern hinter einer unmittelbar angrenzenden unverschlossenen Tür eine denkbar schlechte Idee ist. Ich war besoffen und geil, und im Nachinein ist das eine der blödesten Situation, in die ich mich je manövriert habe. N. hatte die Größe, es mir nicht nachzutragen.
Übers Wochenende war ich mit allen Kindern bei meinen Eltern. Ich habe viel von N. und mir erzählt, meine Mutter fragte dann mal nach einem Foto von ihr, “Ah, sie ist ja sehr schlank”, meine Eltern waren ein wenig zurückhaltend, müssen sich wohl auch erst gewöhnen. Dass sie von mir drei Enkel bekommen und ich dann mit einer anderen Frau ankomme, war offensichtlich nicht in ihrem Plan für mein Leben vorgesehen.
Sonntag Abend dann noch Streit mit der Ex. Sie fragte mich mehr nebenbei: “Du weißt schon, dass nächsten Samstag Abend die beiden Großen bei mir auf der Feier sind?” Wußte ich natürlich nicht, kann sein, dass sie es mir gesagt hat, kann auch sein, dass sie das sagen wollte, aber nicht gemacht hat. Meine Erinnerung an den Fall war nur, dass wir extra für sie den Wochenend-Kinder-Rhythmus geändert haben, weil sie kommenden Samstag Geburtstag feiert und ich in der Zeit die Kinder nehmen sollte. Hab’ ich ihr auch so gesagt, und ich habe auch sofort klar gemacht, dass ich das jetzt nicht mehr verhandeln werde. Nun war war die Große erstmal traurig, dass sie nicht zur Feier kann (mit ihr hatte A. offensichtlich öfter über das Thema gesprochen als mit mir), aber ich habe es meiner Tochter nochmal erklärt, und dann ging es auch wieder. Nur A. ist jetzt noch angepisster als sonst. War mir aber egal.

Gut, so geht das neue Jahr ungefähr so los, wie das alte aufgehört hat. Heute habe ich mit N. einen Tag Urlaub. Den haben wir uns verdient.

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