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Behindert 8. August 2011

Posted by axaneco in Uncategorized.
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Ich schiebe ein Kind durch den C&A. Das Kind ist 11, sitzt in einem Rollstuhl und ist schwerst mehrfach behindert, körperlich und geistig. Während seine Mutter an der Kasse steht und bezahlt, stehe ich mit dem Kind auf dem Gang und warte. Das Kind macht Geräusche, es hat auf unserem Einkaufsweg schon den halben Laden aufgemischt. Es wird angestarrt, wir werden angestarrt. Man kann das den Leuten nicht verübeln, ich selber gucke ja auch, wenn irgendwo ein Kind schreit. Ein behindertes Kind ist aber noch was anderes, es schreit nicht, sondern es macht ein Stakkato von Ös und As, es macht Mhmhmhmhm, es produziert unartikulierte Töne in allen Höhenlagen. Dazu fuchtelt es mit den Händen, bewegt ruckartig seinen Kopf, wippt mit dem Oberkörper.

Die Erwachsenen gucken oft mitleidig oder betreten. Ich weiß, dass für Mitleid und Betretenheit kein Anlass besteht, aber irgendwoher kommt diese Regung. Vermutlich hat es was mit kultureller Prägung zu tun, damit, was man als “normal” ansieht und damit, dass das “unnormale” gern ausgeblendet, unsichtbar gemacht und verdrängt wird.
Vorbildlich dagegen ein anderes Kind, das sich schräg vor den Rollstuhl stellt, die Geräusche und das Geruckel eine Weile interessiert zur Kenntnis nimmt und dann freundlich die Frage stellt: “Was machst du da?”

Kommentare»

1. Max (@NullAndV0id) - 8. August 2011

Einfach zum Nachdenken. Nice.


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