Aus gegebenem Anlass 31. Oktober 2011
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Zur Fuldakatastrophe: Ich, undiskriminierbarer weißer Heterosexueller, finde Rassismus, wie ich ihn definiere blöd, und lebe mit einer Frau zusammen, die ihre Kinder allein erzieht und bei ihrer Hochzeit ohne lange Debatten einfach ihren Nachnamen behalten hat. Sie ist berufstätig und lässt sich nichts gefallen, weder von Frauen noch von Männern, am wenigsten von mir. Und was sie so besonders sympathisch macht, ist die Tatsache, dass sie darüber, dass sie sich allein für ihr Lebensglück verantwortlich sieht, keine endlosen theoretisierenden Manifeste verfasst.
Zu kurz 10. Oktober 2011
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Unser Wochenende. Kinderfrei, sie hat Freitag abends eine Verabredung. Sie trifft sich mit einem sehr langjährigen Freund. Die beiden waren mal zusammen, ich kenne ihn. Netter Kerl. Naja, das bin ich auch. Geht da noch was? Sie lacht. “Ich will hier nicht seine Qualitäten als Liebhaber referieren, aber… wir waren wohl damals schon mehr so Freunde.” Unsere Zeit ist kostbar, aber auf Dauer wird es sich nicht durchziehen lassen, dass wir jedes zweite Wochenende exklusiv für uns haben. Ich fahre erstmal in meine Wohnung. “Kommst du heute Abend noch vorbei?” “Mal sehen.” Ich koche, esse, trinke, räume ein bißchen rum, hänge ein bißchen im Internet ab, tue dies und das. Sie ist in ihrer Verabredung. Bin ich eifersüchtig? Nein, will ich nicht. Eifersucht ist scheiße. Muss doch jeder auch noch ein eigenes Leben haben, hab ich ja auch. Und dieses dauerhaft Getaktete, das ist tödlich. Ein durchgeplantes Jahr, wie schrecklich.
Es ist neun Uhr abends, ich fahre los. Uns trennt eine Stunde Autobahn. Mein Bauch wusste schon morgens, dass ich fahren würde, ich wollte mir nur die Illusion einer freien Entscheidung bewahren. Ich schließe ihre Wohnung auf, hole mir ein Bier, setz mich an den Laptop, surfe ein bißchen, warte. Mache das Bett. Halb zwölf kommt sie. Unser Wochenende beginnt.
Es wird wie immer zu kurz sein.