Extreme 21. November 2011
Posted by axaneco in Uncategorized.4 comments
Ich weiß auch nicht, was besser ist. Man kann eine Partnerschaft führen – allein schon das Wort, aber gut -, in der es irgendwie normal läuft. Man küßt sich morgens zur Verabschiedung und abends beim Wiedersehen, er geht einkaufen und Auto waschen, sie bügelt und macht die Wohnung sauber. Kindererziehung ist ihre Sache, er hat ab und zu was zu meckern, ist aber zu wenig da, um wirklich Einfluss nehmen zu können. Man schläft ab und zu miteinander, aber eigentlich mehr, weil es doch irgendwie dazugehört. Ein normales, unspektakuläres, in weiten Teilen glückliches Leben als Familie.
Oder: Man kommt aus völlig unterschiedlichen Ecken, ist schon bei den Grundsätzen der Kindererziehung über Kreuz, streitet sich inklusive geschmissener Türen und persönlicher Verletzungen mit Hingabe und hat außerdem den besten Sex seines Lebens.
Sie war meine Affäre und ich ihre. Ich frage mich manchmal und in letzter Zeit öfter, ob das tragen wird. Ob es reicht für eine Wohnung in der Nähe oder gar für eine gemeinsame Wohnung, in der es absehbar alles geben wird – abgesehen von einem normalen, unspektakulären Leben als Familie.
Fernbeziehung ist Scheiße. Umzug ist riskant. Wenn es schief geht, sagt sie, kannst du ja einfach wieder in eine eigene Wohnung ziehen. Außerdem würden wir uns mal über was anderes streiten. Eigentlich will ich mich gar nicht streiten, sage ich. Und das mit dem Auszug, das hatte ich schon mal, und es war eine Niederlage. Der Volksmund sagt: Man kann nicht alles haben.
Unsere Liebe hat schon sehr viel ausgehalten. Mehr als ich jemals geglaubt hatte, was eine Liebe überhaupt aushalten kann. Wird sie aushalten, dass wir zusammen wohnen?